Enzalutamid plus ADT zeigt signifikanten Überlebensvorteil bei metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs

Die Behandlung mit dem Androgenrezeptor-Inhibitor Enzalutamid plus Androgendeprivationstherapie führte zu signifikanten Überlebensvorteilen bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs.

Die Behandlung mit dem Androgenrezeptor-Inhibitor Enzalutamid (Xtandi) plus Androgendeprivationstherapie (ADT) führte laut einer Analyse der Phase-3-ARCHES-Studie (NCT02677896) zu signifikanten Überlebensvorteilen bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC).

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 44,6 Monaten hatten Patienten, die Enzalutamid plus ADT erhielten (n = 574), ein um 34 % geringeres Sterberisiko im Vergleich zu Patienten, die Placebo plus ADT erhielten (n = 576; (HR, 0,66; 95 % KI ), 0,53–0,81; P <.001). Das mediane Gesamtüberleben (OS) war in beiden Gruppen nicht abschätzbar (NE).1

In der globalen, doppelblinden ARCHES-Studie wurden erwachsene Patienten mit mHSPC im Verhältnis 1:1 zu 160 mg Enzalutamid täglich plus ADT oder Placebo plus ADT randomisiert. Die Studienpopulation wurde nach Krankheitsvolumen und früherer Anwendung von Docetaxel stratifiziert. Nach der Primäranalyse wurde die Studie entblindet und ein Crossover vom Kontrollarm zum Versuchsarm zugelassen.2

Um für die Studie infrage zu kommen, hatten die Patienten einen ECOG-Leistungsstatus von 1 oder weniger und durften sich einer vorherigen ADT und/oder einer Behandlung mit Docetaxel (bis zu 6 Zyklen) unterzogen haben. Patienten, die mit ADT und/oder Docetaxel behandelt wurden und vor der Randomisierung eine Krankheitsprogression aufwiesen, waren nicht teilnahmeberechtigt.2

Der primäre Endpunkt der Studie war das röntgenologische progressionsfreie Überleben (rPFS). Zu den wichtigsten sekundären Endpunkten gehören die Progression des prostataspezifischen Antigens (PSA), die Zeit bis zum Beginn einer neuen antineoplastischen Therapie, die Gesamtansprechrate und das Gesamtüberleben.1.2

Die Patientencharakteristika zu Studienbeginn waren zwischen den beiden Kohorten gut ausgewogen. Das mediane Alter im Enzalutamid plus ADT-Arm betrug 70 Jahre (Bereich 46–92) und 70 Jahre (Bereich 42–92) im Placebo-Arm. Die meisten Patienten in beiden Armen waren Weiße (81,2 % bzw. 79,9 %), hatten einen ECOG-Performance-Score von 0 (78,0 % bzw. 76,9 %) und ein hohes Krankheitsvolumen (61,7 % bzw. 64,8 %).2

Zusätzliche Wirksamkeitsergebnisse aus der Analyse zeigten, dass Enzalutamid plus ADT einen klinischen Vorteil in Bezug auf das Überleben in fast allen untersuchten Untergruppen aufwies. Bei Patienten, bei denen die Erkrankung im Weichteilgewebe lokalisiert war, war Placebo plus ADT Enzalutamid plus ADT mit einer Hazard Ratio von 1,13 (95 % KI, 0,48–2,69) überlegen.1

In der abschließenden vorab festgelegten OS-Analyse betrugen die geschätzten Überlebensraten 86 %, 78 % und 71 % mit Enzalutamid plus ADT nach 24, 36 bzw. 48 Monaten. Im Placebo-Arm betrugen die geschätzten 24-, 36- und 48-Monats-Überlebensraten 82 %, 69 % bzw. 57 %.1

Die Ermittler berichteten auch über aktualisierte rPFS-Daten und aktualisierte Daten für sekundäre Wirksamkeitsendpunkte. Das mediane rPFS für Patienten, die Enzalutamid plus ADT erhielten, betrug 49,8 Monate (95 % CI, 47,3-NE) im Vergleich zu 38,9 Monaten (95 % CI, 28,2-46,2) bei Patienten, die Placebo erhielten (HR, 0,63; 95 % CI, 0,52). -0,76). Die Behandlung mit Enzalutamid plus ADT hatte auch einen Einfluss auf die Zeit bis zur nächsten antineoplastischen Therapie. Insbesondere wurde die mediane Zeit bis zur nächsten antineoplastischen Therapie im Enzalutamid-Arm nicht erreicht (95 % KI, NE-NE) gegenüber 40,5 Monaten (26,3-NE) im Placebo-Arm (HR 0,38; 95 % KI, 0,31-0,48).1

Um mögliche Crossover-Effekte zu berücksichtigen, führten die Forscher eine vorab festgelegte rangerhaltende strukturelle Versagensanalyse durch. Die mediane Zeit bis zum Wechsel von Placebo auf Enzalutamid betrug 21,5 Monate. Von den 184 (31,9 %) Patienten, die einem Crossover zustimmten, erhielten 180 (31,3 %) Enzalutamid. Gemäß dieser Analyse wurde das mediane OS mit Enzalutamid plus ADT nicht erreicht (95 % KI, NE-NE) gegenüber 47,7 Monaten (95 % KI, 43,3-NE) mit Placebo plus ADT (HR 0,57; 95 % KI 0,45). -0,70; P <.001).

In der angepassten Analyse für rPFS durch Prüfarztbeurteilung betrug das mediane rPFS 49,8 Monate (955 KI, 47,28-NE) im Enzalutamid-Arm gegenüber nicht erreicht (95 % KI, 23,37-NE) im Placebo-Arm (HR, 0,55; 95). % KI, 0,44–0,67). Die mediane Zeit bis zur PSA-Progression in dieser Analyse wurde im Enzalutamid-Arm nicht erreicht (95 % KI, NE-NE) gegenüber 16,6 Monaten (95 % KI, 13,8–19,42) im Placebo-Arm (HR, 0,19; 95 % KI, 0,14-0,24).1

In Bezug auf die Sicherheit berichteten die Prüfärzte, dass behandlungsbedingte Nebenwirkungen (TEAEs) in der Enzalutamid-plus-ADT-Gruppe mit den zuvor bekannten Wirkungen einer Enzalutamid-Langzeittherapie übereinstimmten. Bei den Patienten in der Enzalutamid-plus-ADT-Gruppe und in der Placebo-plus-ADT-Gruppe traten TEAEs jeden Grades mit einer Rate von 90,9 % bzw. 87,8 % auf. TEAEs Grad 3 oder 4 traten mit einer Rate von 39,2 % bzw. 27,9 % auf. TEAEs, die zum Tod führten, traten bei 5,2 % der Patienten im experimentellen Arm auf, verglichen mit 2,1 % der Patienten im Vergleichsarm.1

Bei Patienten, die Enzalutamid erhielten, traten TEAEs von besonderem Interesse jeglichen Grades mit einer Rate von 72,7 % gegenüber 57,0 % bei Patienten auf, die Placebo erhielten. Häufige TEAEs von besonderem Interesse jeden Grades in der Gruppe mit Enzalutamid plus ADT waren muskuloskelettale Ereignisse (39,0 %), Müdigkeit (32,2 %) und Bluthochdruck (14,3 %). Im Placebo-Arm bestanden häufige TEAEs von besonderem Interesse jeden Grades unter anderem auch aus muskuloskelettalen Ereignissen (29,6 %), Müdigkeit (20,6 %) und Bluthochdruck (6,8 %).

Die Studienautoren kamen zu dem Schluss, dass Enzalutamid plus ADT sowohl eine wirksame als auch gut verträgliche Behandlungsoption für Patienten mit mHSPC ist.

Verweise

  1. Armstrong AJ, Azad AA, Iguchi T, et al. Verbessertes Überleben mit Enzalutamid bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs. J Clin Oncol. Online veröffentlicht am 14. April 2022. doi: 10.1200 / JCO.22.00193
  2. Armstrong AA, Szmulewitz RZ, Petrylak DP, et al. ARCHES: eine randomisierte Phase-III-Studie zur Androgendeprivationstherapie mit Enzalutamid oder Placebo bei Männern mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs. J Clin Oncol. 2019; 37 (32): 2974–2986. doi: 10.1200 / JCO.19.00799

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